Rocky Mountains 10.-31.8.2008

Anreise
Flug mit der Lufthansa über FRA direkt nach Denver. Im
Vergleich zum letzten Flug mit Singapore Airlines fällt die Lufthansa stark ab.
Es gibt nur 3 Bildschirme über der Mittelreihe für das ganze Abteil, 2 Filme
werden gezeigt. Na wenigstens sind wir trotz Streiks in der vergangenen
Woche einigermaßen pünktlich. Das Durchstarten beim ersten Landeversuch kostet
uns nur eine Viertelstunde.
Die Immigration dauert weniger als eine Stunde. Zum ersten
Mal hatten wir mutig auf dem Zollzettel ein "Yes" angekreuzt. Beim Immigration
Officer und bei der Zollbeamtin wiederhole ich also die Aufzählung der
eingeführten Lebensmittel "italian hard cheese, chocolate, spices, bread, no
fruits, no meat" und darf durchgehen.
Noch eine Stunde brauchen wir um das Shuttle in die Stadt zu finden
(vielmehr das Ground Transportation Desk, das einfach nicht ausgeschildert war) und für die
Fahrt downtown. Die Tickets dafür hatte ich bei Expedia zusammen mit dem Hotel
gebucht, der Simpel am Tresen tauscht die Voucher aber nicht gegen zwei Single
Fahrten, sondern gegen einmal Return um, was dann im Bus erstmal für
Diskussionen sorgt.
Denver
Wir übernachten in Denver im sehr schön gestylten
Magnolia Hotel. Nach dem Einchecken gehen wir um die Ecke zur Fußgängerzone
16th Street bis zur
Rock Bottom Brewery,
dort gibt es lokal gebrautes Bier (darunter eine angebliche Spezialität namens Kölsch - was
ist denn das nur bitte) und unseren einzigen Burger. Für $30 ist man mit 2 Personen dabei.
Am nächsten Morgen geht es zum inklusiven Frühstücksbuffet,
sehr viel besser als das, was man von den Motels gewöhnt ist.
Ich rufe bei ElMonte an und erfahre, dass wir schon um 12:00 das Womo abholen
können. Es geht dann zu Fuß die Fußgängerzone hinunter zum Colorado State Capitol.
Man kann auf die Kuppel hinaufsteigen, um auf die Stadt gucken. Innen ist alles
sehr prächtig vergoldet. Außen findet sich auf einer Treppenstufe die Markierung "one mile above sea
level" - Denver liegt ziemlich exakt eine Meile über dem Meeresspiegel -
entsprechend schnell geht einem die Puste aus. Gleich neben dem Capitol gibt es
noch ein Museumsviertel, das ist entsprechend weltweitem Standard montags natürlich geschlossen.
in einer Limo geht es dann zu
Elmonte in Littleton (ein südlicher
Vorort bekannt geworden durch das Columbine Highschool Massaker), das kostet
stolze $70 und der Fahrer will auch noch Tip.
Wohnmobil
Unser 25 Fuß langes Womo steht schon bereit. Wir bekommen
alles vorgeführt und müssen einen Haufen Papiere lesen und unterschreiben. Das
Womo selbst ist ein Fleetwood auf Chevrolet von 2005 und hat 59000 Meilen gelaufen. Die Ausstattung ist neu
(hatte ich vorher angefragt) und sehr vollständig. Im Womo sind schon Eimer,
Besen, Nivellierböcke und Wasserwaage - das erste mal übrigens. Zur
Küchenausstattung gehören Töpfe und Pfannen, Besteckt und Geschirr für 1x4
Personen, Pitcher, Plastikgläser, Wasserkocher, Kaffeekanne und diverse
Küchengeräte (bei Walmart wäre uns das ganze Zeug das teurer gekommen), es fehlen nur Korkenzieher, Salatschüssel, brauchbare Weingläser
und ein Grill. Stühle und Toaster bekommen wir kostenfrei dazu. Zum Personal Kit
gehören jeweils 2 große und kleine Handtücher und jeweils 4 Decken, Laken und
ein Kopfkissen. Das Ding ist aufgetankt und wir können kurz nach 13:00 starten.
Colorado
Es geht also Richtung
Rocky Mountains National Park
nach Westen. Unterwegs machen wir bei Safeway den Grundeinkauf. Nur einen
einfachen Grill finden wir nicht. Als ich das bei der üblichen Frage an der
Kasse, ob wir denn alles gefunden hätten erwähne, geht jemand los eine Grill
suchen. Der ist dann nicht das richtig, aber der Service ist doch toll.
In Granby suchen wir dann einen
Stellplatz. Der erste Campingplatz scheint uns ein wenig verwildert und wir
fragen nach erfolgloser weiterer Suche bei der Visitor Info nach, um auf dem
Elk Creek Campground
zu landen. Dort werden die Kits ausgepackt, Abendessen gekocht und dann früh ins
das Bett - 1,40 x 2,00 Meter hinten im Womo - im Alkoven liegen unsere Koffer.
Nachts spring die Heizung an, es sind
morgens um 6:00 Uhr 6 Grad draußen - wir befinden uns auf 2000 Meter Höhe. Nach
dem Womo üblichen Ablauf
wird geduscht, gefrühstückt (ein paar Rehe laufen vorbei), gespült, alles
weggepackt und los geht's in den Park.
Im Park gehen wir ein bisschen am Colorado River spazieren,
er ist hier noch ein Bach, wird aber im weiteren Verlauf den
Grand Canyon graben. Dann geht es immer höher
hinauf bis auf 3700 Meter durch den Park mit schönen Bergblicken und kleiner
Wanderung um den Bear Lake (dorthin gelangen wir per Shuttle, der Parkplatz ist
für Recreation Vehicles = Wohnmobile geschlossen) und bergauf zum Nymph Lake.
Die Fahrt geht weiter bis nach Estes Park. Wir gucken
kurz den Ort an und checken dann im
KOA (private
Campingplätze mit meist sauberen Sanitäranlagen) ein, in
dessen Store wir auch endlich einen kleinen Grill finden.
Der Platz wird schnell
voll, daher buche ich mit dem kleinen
Archos und der inzwischen standardmäßigen Wifi Verbindung auf dem Platz die
nächsten Übernachtungen vor. Dank Wifi können wir so auch gleich die Tagesschau
oder WDR2 als Webradio hören und den Blog schreiben.
Am nächsten Tag sehen wir nach einigen Meilen bergab in die
Great Plains den Register Cliff ("historische" Inschriften an einer Felswand)
und die Trail Ruts (Wagenspurrillen) bei Guernsey,WY, die man nach kurzer Fahrt
im Schritttempo über eine Schotterpiste erreicht - ein RV hat hinten
Blattfedern, das rumpelt ganz schön. Beides sind Historic Sites des Oregon Trails,
der großen Siedlerroute in den wilden Westen aus dem späten 19. Jahrhundert.
Danach steht dann das Fort
Laramie auf dem Programm. Hier fanden einiger Verhandlungen während der
Indianerkriege statt, kein einziger der damals geschlossenen Verträge ist von
Seiten der Vereinigten Staaten jemals vollständig eingehalten worden. Damals
waren Indianer nicht einmal offizielle Staatsbürger, so dass sie keine
juristische Wege einschlagen konnten. Ohne Palisadenzaun entspricht das ganze
aber nicht den Vorstellungen von einem Fort.
Der gleichnamige Ort besteht aus einer
Handvoll Häusern belebt von 63 Einwohnern, von denen man keinen sieht. In den
Vorgärten stehen
"pro life" Schilder.
Nebraska
Weiter geht es nach Scottsbluff auf den ehemaligen KOA Campingplatz, nahe an
der Straße und in Hörweite der Eisenbahn. Da beschränkte Bahnübergänge noch
nicht erfunden sind, hupt sich die Bahn den Weg frei. Morgens
gucken wir dann schnell das
Scottsbluff Monument an. Hübsches Motiv mit den Planwagen davor. Dann geht
es am Chimney Rock und
Carhenge vorbei ins
Indianerrreservat
Pine Ridge. Wir sind dank Jetlag so früh unterwegs, dass alles wie ausgestorben
aussieht. Das Wetter ist sehr bewölkt und ab und zu tröpfelt es etwas.
South Dakota
Im Ort
Wounded Knee
finden wir das Massengrab der Opfer des gleichnamigen Massakers. 1890 hatte hier
die 7. US Kavallerie über 300 Indianer, meiste Frauen und Kinder, getötet. 1973
kam der Platz wieder in die Schlagzeilen, als Ogalala gegen die andauernden
Menschenrechtsverletzungen im Reservat protestierten. Hätte ich kein Foto des Mahnmals
gesehen, so hätten wir den Platz ohne irgendein Hinweisschild wohl kaum gefunden.
Anders als das hiermit in Zusammenhang stehende
Little Bighorn Schlachtfeld ist dieser Platz keine nationale Gedenkstätte,
was viel über den Umgang mit diesem wenig ruhmreichen Teil amerikanischer
Geschichte aussagt, der gerade einmal 120 Jahre zurückliegt.
Nach einer Studie von Dr. Ulrich van der Heyden (Kampf um die
Prärie) war 1988 ein Viertel der Indianer auf 256 Reservate mit 3% des
Staatsgebietes der USA zusammengedrängt. Die durchschnittliche Lebenserwartung
betrug 43 Jahre, 75% leiden an Unterernährung. Von den Ogalala Dakota ist ein
Großteil an Diabetis erkrankt und lebt von staatlichen Zuweisungen in Form von
Lebensmittellieferungen - vornehmlich Dosen und Fertigessen. Die Selbstmordrate
war 10mal höher als im US-Durchschnitt, die Kindersterblichkeit 3,7mal so hoch.
41% der Reservatsindianer lebten unterhalb der offiziellen Armutsgrenze. 80%
waren arbeitslos.
Weiter geht es zum Bandlands KOA Campground. Da es noch früh
ist, fahren wir schon mal den östlichen Teil der
Badlands an, wo wir ein
paar kurze Rundgänge machen.
An nächsten Tage geht es dann durch den westlichen Teil der
Badlands, es ist regnerisch, was dem ganzen ein noch trübsinnigeres
verlassenes Aussehen gibt. Wir sehen viele Biker, fast ausnahmslos auf
Harley-Davidsons oder BMW - das Sturgis Biker Weekend war gerade vorrüber. Chaps
sind hier groß in Mode, Regenkombis nicht.
Am Straßenrand kann man Präriehundsiedlungen
anschauen.
Wir kommen dann nach Wall, der Ort - oder vielmehr sein Drug Store -
kündigt sich meilenweit vorher auf riesigen Billboards an. Wir schauen erstmal das
Wounded Knee Museum an, dort werden Dokumente zum Massaker ausgestellt. Auch
wird gezeigt, das in den öffentlichen Darstellung die indianische Kultur zum
Sportmaskottchen oder zur exotischen Folklore verkommen ist. Dann gehen wir noch
in den lange angekündigten
Drug Store, wo ich meine
State Memory Magnets für die Kühlschranketüre bekomme.
Weiter geht es dann durch Rapid City, kurzer Stopp zum Tanken,
Einkaufen und Besichtigung des
Journey-Museums,
dann in die Black Hills zum
dortigen KOA, dem größten der USA. Auf dem Weg gibt es schon mal einen Blick auf
Mount Rushmore. Else will mal wieder ganz
schlau eine Abkürzung fahren und wir landen ganz blöd in der Pampa - dass die
Qualität der Navikarten ist in der ganzen Gegend ziemlich bescheiden ist müssen wir
des öfteren feststellen. Drei niedrige Tunnel in den Black Hills sind für RVs
nicht passierbar, daher bleibt uns der der Needels Highway verwehrt. Abends spielt eine Band auf dem Campingplatz
und es wird ziemlich frisch draußen.
Am nächsten Morgen fahren wir dann sehr früh zum Mt.
Rushmore und haben die
Köpfe bei herrlichstem Sonnenschein für uns fast ganz alleine. Die Köpfe der
"wichtigsten" Präsidenten (Washington, Jefferson, Roosevelt, Lincoln) sind 18
Meter hoch, aber nicht so groß wie man sich das von Bildern oder Hitchcocks "Der
unsichtbare Dritte" her vorstellt und eigentlich unvollendet geblieben als
ihr Schöpfer starb.
Danach geht es zu
einem noch viel größeren Kopf -
Crazy Horse. Wenn das
Ding jemals fertig wird, ist es eine Statue, die aus einem ganzen Berg
geschlagen wurde - natürlich die größte der Welt. Nach Fertigstellung der
Skulptur soll diese 195 m lang und 172 m hoch sein. Bisher ist eigentlich nur der
Kopf fertig, der ist größer als die 4 Köpfe von Mount Rushmore zusammen. Den Auftrag dazu
ein Denkmal für den großen Häuptling in den heiligen Berge zu erstellen bekam
der polnischstämmige Bildhauer
Korczak Ziolkowski 1948 vom damaligen Häuptling der
Sioux
Standing Bear.
Danach wollen wir eigentlich in die Jewel Cave, aber auf die
nächste Führung müssten wir über 2 Stunden warten, also begnügen wir uns mit der
weniger spektakulären
Wind Cave nachdem wir
durch den
Custer State Park gefahren sind, wo wir die ersten Büffel direkt an der Strasse
auf kürzeste Distanz sehen.
Über Rapid City fahren wir am nächsten Tag nach Sturgis und
gucken das kleine Motorrad-Museum
an. Dann kommen wir nach
Deadwood und dann nach Lead, wo es ein Minenmuseum gibt. Durch den Spearfish
Canyon, in dem die Winterscene von "Der mit dem Wolf tanzt" gedreht wurde,
kommen wir nach Spearfish, dort sieht
man eine alte Oper. Alles "alte" kleine Westernstädtchen, die heute vom
Tourismus leben.
Die Black Hills waren und sind den Indianern heilig, im 19.
Jahrhundert waren es vor allem aber die letzten Jagdgründe für die aus der
Prärie verdrängten Stämme. Als dann Gold gefunden wird beginnen die
Indianerkriege, die nach anfänglichen Erfolgen der Sioux letztlich in Wounded Knee endeten.
Das Pine Ridge Reservat der Ogalala ist heute erneut bedroht, man hat Uran
gefunden - anscheinend hat man aus der Geschichte nichts gelernt, auch wenn
Indianer inzwischen Staatsbürger sind.
Wyoming
Bei Beulah gibt es nahe der Interstate einen Buffalo Jump,
hier trieben die Indianer in vorcolumbianischer Zeit die Büffel ohne Pferde in
ein natürliches Loch mitten in der Prärie. Wir dachten eigentlich, es wäre einer
der Klippen am Horizont, das Loch ist eigentlich ganz unspektakulär.
Wir kommen
dann zum Devils Tower.
Hier wandern wir um den Berg herum und haben dann den Nachmittag auf diesem
wirklich schönen Campingplatz frei. Mit Blick auf den Berg geht die Sonne unter.
Verglichen mit den Campingplätzen im Südwesten
erscheinen uns die anderen Plätze als wenig attraktiv gelegen, aufgrund der
Hochsaison voll und die Sanitäranlagen oft verschmutzt.
Am nächsten Tag laufen wir noch mal ein Stück zum Berg und um Prairie dog city
herum.
Weiter geht es jetzt nach Sheridan, dort Tanken und Einkaufen. Auf dem Weg könnte man
einen Umweg von ca. 200km zur Berichtigung des Little Big Horn Battlefields
machen, das sparen wir uns. Von dort geht es nach Cody, auf dem Weg kommen wir
nicht zum Medicine Wheel, da nur eine 5 Meilen lange Schotterstraße dorthin
führt, das können wir dem Womo nicht zumuten. Also fahren wir dann in die
Bighorn Recreation Area
zum Devil's Canyon Overlook. Dieser 30 km Umweg bis nach Montana hinein lohnen
sich - ein sehr imposanter Ausblick.
In Cody besuchen wir das interessante und sehr gut
gemachte Buffalo
Bill Museum und gucken die Mainstreet an. Danach geht es erstmal zum KOA.
Am
Abend fahren wir zum
Nite Rodeo. Dort gibt es dann nacheinander Nationalhymne, Bareback Riding,
Tie down roping, Team roping, Barrel race und Steer wrestling. Das ganze ist
ganz unterhaltsam, trotz der lahmen Witze des Clowns. Die beste Arbeit machen die
beiden Einsammler, die den ganzen Abend lang die Pferde, Kälber und Stiere
wieder aus der
Arena manövrieren.
Nach dem Tanken und Einkaufen geht es in den
Yellowstone National Park,
dem ältesten und einer der größten Nationalparks der USA. Dort hatte ich auf dem einzigen Hookup
(Strom-, Wasser-, Abwasser-, oft auch TV-Anschluss) Campingplatz vorgebucht, was nur
telefonisch geht. Leider ist dieser Platz zwar teuer, aber nicht sehr schön
gelegen, obwohl der Yellowstone Lake nur 5min zu Fuß entfernt ist.
Wir fahren gleich zu West Thumb Geyser Basin am See, wo man
bunte Pools und Paint Pots sehen kann.
Am 2. Tag fahren wir zum Upper Geyser Basin. Im Visitor
Center erfährt man für wann welche Geysirausbrüche erwartet werden. Wir gehen
dann also erstmal zum Geyser Hill und in die Old Faithful Lodge, dem größten
Blockhaus der Welt, bevor der Old Faithful ausbricht. Danach geht es auf
dem Boardwalk bis zum Morning Glory Pool, der nach den Müllentfernung wieder in
allen Regenbogenfarben leuchtet.
Wir sehen Ausbrüche von Grand und Castle Geyser. Dann geht es durch den Firehole Canyon Drive und zur Madison
Junction mit vielen bunten Pools.
Die vulkanische Aktivität kommt aus den
Vergangenheit der Gegend als uralte Caldera von 30x45 Meilen Größe über einem
Hotspot (ähnlich der Hawaii Inseln). Der letzte Ausbruch ist ist über 600.000
Jahre her und hat möglicherweise eine Eiszeit verursacht. Der Ausbruch war damit
2500 mal größer als der Ausbruch des Mt. St. Helens 1980, der einen Ascheregen
über dem ganzen Westen der USA verursachte. Wenn das wieder passiert muss sich
die Menschheit keine Sorgen mehr um Umweltverschmutzung oder
Energiepreise
machen. In den letzten Jahren hat sich
Yellowstone um einige Meter gehoben, es soll aber keine akute Gefahr drohen.
Am 3. Tag geht es zum Yellowstone Canyon. Ich gehe auf Uncle Toms
Trail 328 Stufen hinab und gefühlte 2000 Stufen wieder hinauf. Also Belohnung
gibt es einen spektakulären Blick auf die Lower Falls.
Wir wandern am Canyonrand bis zum Point Sublime, schöne Ausblicke inklusive. Unterwegs treffen wir einen Ranger, dessen
Frau neulich in Düsseldorf im Aquazoo war - so klein ist die Welt. Bis Roosevelt
Junction gibt es noch Tower Falls, Overhanging Cliff und Calcite Springs
Overlook zu sehen. Die Wanderung zu den Fairy Falls muss ausfallen, weil der
Parkplatz am Trailhead für RVs gesperrt ist.
Am 4. Tag geht es am Yellowstone River entlang durch das
wunderbare Hayden Valley zum Norris Geyser Basin und dann zu Mammoth Hot
Springs, wo es Sinterterrassen gibt.
Weiter geht es am nächsten Tag in den
Grand Teton National Park.
Bei Colter Bay wandern wir bis der Weg an einer abgebauten
Brücke endet. Beim Versuch den schmalen Seearm zu durchqueren versinkt Yvonne
bis zur Hüfte im
Matsch und muss ihre Schuhe aus dem Schlamm graben.
Am 2. Tag in Grand Teton (der Name kommt aus dem
Französischen und beschreibt die Form der Berge - man wundert sich, dass das noch
nicht von der Moral Majority geändert wurde) fahren wir zum Jenny Lake und wandern zu den Hanngig Gardens, Hidden Falls und Inspiration Point.
Sehr schön das Ganze - sieht aber eigentlich wie die Alpen aus.
Wir fahren am nächsten Tag über den Teton Pass und Idaho zur I-15. Auf dem
Weg trifft dann ein vom Gegenverkehr hochgeschleuderter Stein die
Windschutzscheibe und hinterlässt einen ziemlichen Krater konzentrischer Kreise.
Die Scheibe bleibt aber drin und wir können sicher weiterfahren.
Utah
Wir durchqueren Utah von Nord nach Süd. Auf etwa einem
Drittel der Strecke liegt Salt Lake City. Dort fahren wir am State Capitol und
dem Tabernakel, dem Tempel der Mormonen, vorbei zum KOA.
Am nächsten Tag geht es 660km geradeaus auf der I-15 nach:
Las Vegas
Insgesamt sind wir nun 4500 km gefahren, das Womo hatte einen
Durchschnittsverbrauch von 21l/100km, der Sprit hat durchschnittlich 0,7€ pro
Liter gekostet. Auf der Strecke hat das Womo mehr "gegessen" als wir.
Für Lebensmittel haben wir weniger als 30$ am Tag für Frühstück und Abendessen,
Snacks, Eis, Softdrinks, Bier, und Wein ausgegeben. Der Preishit waren 10
frische Maiskolben für 1$. Die Campingplätze haben
durchschnittlich 35$ pro Nacht gekostet. Damit kann man sich nun selbst
ausrechnen, ob sich Womo im Vergleich zu PKW, Hotel und Restaurants rechnet.
Wir übernachten das letzte mal im Womo auf dem Circus Circus KOA
direkt am Strip. Dieser Campingplatz ist der teuerste von allen und dafür sind
die sanitären Einrichtungen ziemlich renovierungsbedürftig und das WLAN bricht
immer zusammen. Wir gehen bis zum Paris zum Buffet, es ist mit über 40 Grad sehr
heiß und es kühlt auch in der Nacht nur auf 30 Grad ab. Aber wer hat gesagt, dass
man im August nach Las Vegas kommen soll ?
Wir bringen also das Womo zurück, nachdem wir alle Tanks
geleert, unsere Sache gepackt und alle Küchendinge und Bettlaken entsorgt haben
- das war alles gekauft und nicht geliehen. Nach einiger Diskussion darf ich für
die Scheibe 500$ bezahlen. Dass bei DerTour eine Versicherung gegen die
Selbstbeteiligung inklusive ist weiß man bei ElMonte nicht.
Exkurs:Zuhause scanne ich dann die
Reisebestätigung und den Rentalcontract ein und schicke sie an die Versicherung.
Als nach 3 Wochen immer noch keine Antwort da ist frage ich noch mal nach und
nehme bei dem Mail den Vorstandsvorsitzenden und die 3 Mitarbeiter in CC, von
denen ich eine Lesebestätigung erhalten hatte. Am Tag darauf ruft mich der
Leiter der Schadensregulierung (nein, nicht Bernd Stromberg) an. Er entschuldigt
sich, das erste Mail wäre wohl verloren gegangen, wie ich dann Lesebestätigung
erhalten habe könne kann er nicht erklären. Er brauche noch den Umrechnungskurs
der Kreditkartenfirma und meine IBAN Nummer. Als ich ihm diese schicke, bekomme
ich am nächsten Tag gleich die Bestätigung, dass mein Schaden reguliert würde -
allerdings ohne die 1.5% Gebühr von Mastercard für den Auslandseinsatz, aber
immerhin. Der Name des Vorstands im CC hat wohl geholfen oder ist es einfach
Praxis eine Nachfrage des Kunden abzuwarten, vielleicht vergisst er es ja oder
gibt auf ?
Das Shuttle bringt uns dann wenigstens für lau zum Hotel
Mandalay Bay.
Es ist 10 Uhr morgens und wir können sofort in das schicke
und große Zimmer im 32. Stockwerk einziehen. Die Minibar fasst man am besten
gleich gar nicht an, da jede Entnahme sofort verbucht wird. Das gilt auch für
die Süßigkeiten, die CD und das Survivalpack oben auf dem Sideboard - wie ich
feststellen muss. Ein Anruf klärt das aber.
Es geht dann gleich an den Pool -
Verzeihung den Sandstrand mit Wellenbad und gebräunten Baywatchern. Leider gibt
es keinen Schatten und nach 1 Stunde reicht es uns bei diesen Temperaturen.
Abendessen gibt es im Picasso - das kennen wir von letzten
mal. Auf dem Weg dorthin zeigt sich der Strip leider als Baustelle. Zwischen New
York New York und Bellagio wird ein City Center gebaut, Hotel, Casino und Condos
in einem - ein Thema gibt es wohl nicht mehr. Daneben entsteht noch das
Cosmopolitan - ebenfalls mit Eigentumswohnungen -, gegenüber Hard Rock Cafe 2. Ich würde empfehlen erst wieder zu
kommen, wenn alles mal einigermaßen
fertig ist, momentan ist es nicht sehr schön.
Wir speisen dann mit Ausblick auf den Comer See vor dem
Bellagio, im Hintergrund
der Eifelturm des Paris.
Das Menü ist sehr ähnlich dem von 2005, die Weine sind allerdings ganz andere -
sehr lecker.
Am nächsten Morgen gehen wir wieder zum Paris und holen da
unseren Mietwagen von Hertz ab. Den hatte ich online gebucht, alle
Versicherungen sind inklusive. Es ist natürlich ein brandneues rotes Mustang Cabriolet.
Leider hat der vorne doch eine kleine Schramme und wir warten erstmal auf einen Hertz
Mitarbeiter der das notiert. Dann fahren wir zum Supermarkt etwas frühstücken
und dann zum Neon Boneyard.
Hier liegen auf einem Schrotthaufen, den man nur geführt gegen 15$ Eintritt
besichtigen kann, alte Neon Reklamen. Zukünftig soll es mal ein richtiges Museum
werden. Guide Heidi kennt jedes Schild und in welchen Film es wann zu sehen ist. Wir fahren dann noch nach Downtown
Fremont Street und dann den Strip hinunter zum
Hotel. Es ist viel zu heiß irgendetwas zu unternehmen und wir müssen ja unsere
Koffer noch mit der extra bestellten Waage flugtauglich machen d.h. exakt 55 Pounds Gewicht, mehr nicht.
Das hatte uns die United ja in
San Francisco
beigebracht !
Abendessen gibt es
im
Aureole
Restaurant. Dort gibt es auch ein sehr gutes
Tasting Menue mit Wine
Pairing, d.h. 7 Gänge und immer ein passender Wein dazu - auch wieder sehr sehr
lecker. Hier gibt es als
Aussicht Amerikaner, die gut Essen gehen, aber mit dem Besteck kämpfen müssen
und sich sehr lange einen Wein auf dem Weinkarten-Laptop aussuchen, der dann aus
dem 2 Stockwerke hohen durchsichtigen Weinschrank geholt wird.
Abreise
Früh sind wir dann wach und bringen das Auto zurück (selbst
Tanken lohnt sich nicht, da Hertz jetzt fürs Naschtanken nur den pump price verlangt), um dann
mit dem Ticket-Automaten zu kämpfen. Bei der Security geht es blitzschnell -
vielleicht sollten die Herren in Frankfurt sich mal angucken wie man das
effektiv macht.
Eine Bordkarte für die Lufthansa kann die United immer noch nicht ausstellen -
seit 2005 also unverändert. Da
der Flug nach Chicago von der United um eine Stunde nach hinten verschoben wurde
haben wir nur 40min Umsteigezeit in Chicago. Also spreche ich eine Stewardess an
und sie hilft so gut sie kann. Das Ankunftgate bekommt sie raus, nicht aber das
Abfluggate, weil ja der Flug nach Düsseldorf von der Lufthansa durchgeführt ist
- trotz Codeshare und StarAlliance.
Außerdem dürfen wir uns nach ganz vorne auf die eigentlich 59$ teureren Economy
Plus Sitze setzen und kommen dank verständnisvoller Sitznachbarn wirklich als Erste aus dem Flieger raus. Und wir
haben Glück, der Weiterflug geht wirklich 2 Gates weiter ab. Also Bordkarten
geholt und angestellt zum Einsteigen.
Der Flieger ist wieder nur mit 3 Bildschirmen pro Bereich
ausgestattet und neben mir sitzt ein 2 Meter Riese auf einem Mittelplatz - was
hat sich das Bodenpersonal dabei bloß gedacht ? -, der über den Sitz quillt.
Ich tausche den Platz mit Yvonne, so dass ich wenigstens die Beine ausstrecken
kann denn unter dem Vordersitz ist auch noch eine Kiste angebracht, was Yvonne weniger
stört. Fußstützen gibt es hier sowieso nicht.
In Düsseldorf kommen wir pünktlich mit unserem Gepäck an.
Buch zur Reise:
Tom Buhrow & Sabine Stamer - Mein Amerika, Dein Amerika
Dee Brown - Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses
Reiseführer:
Vista Point - Rocky Nountains
Dumont richtig reisen - Rocky Mountains
Andrew Dean Nystrom -Top Trails Yellowstone and Grand Teton
TravelBrains - Yellowstone expedition guide
Film zur Reise:
Kevin Costner - Der mit dem Wolf tanzt |